K.o.-Sieg in der zweiten Runde

17.06.2015 15:16

Am Samstag bestritt der St.Galler Valentino Herrera seinen ersten Boxkampf bei den Profis. In der Alten Kreuzbleiche besiegte er den Bulgaren Nikolay Ivanov durch technischen K.o. in der zweiten Runde.

"Der Sieg hat mich extrem gepusht, am liebsten würde ich gleich wieder kämpfen", meint Valentino Herrera, nachdem er den bisher wichtigsten Sieg in seiner Boxkarriere errungen hat. Durch Treffer auf die Milz und die Leber in den letzten Sekunden der zweiten Runde zwang der 28-jährige St.Galler seinen Gegner zur Aufgabe. Als Herrera bereit steht, um den dritten Durchgang zu absolvieren, wirft der extra für diesen Kampf aus Bulgarien angereiste Gegner das Handtuch. So kommt Herrera gleich in seinem ersten Fight bei den Profis zum Premierensieg: "Ich habe geschrien vor Freude. Das war ein super Gefühl", so der 56 Kilogramm leichte Boxer, der im Super Bantam Gewicht an den Start geht. Dabei hatte er sich eigentlich auf sechs harte Runden eingestellt, wusste er doch von seinem Gegner nur sehr wenig und gerade die längere Dauer war für den Fitness Personaltrainer mit ein Grund für den Wechsel zu den Profis. "In nur drei Runden kann man Pech haben. Aber in sechs Runden setzt sich der Bessere durch", so Herrera, der erst mit 23 Jahren zum Boxsport kam.

Eher unerfahren

Mit nur 25 Kämpfen bei den Amateuren ist Herrera ein ziemlich unerfahrener Boxer. So hat sein Clubkollege vom BC Sport Ring St.Gallen, Zino Meuli, mit 70 Kämpfen wesentlich mehr Erfahrung. Der mehrfache Schweizer Meister absolvierte die ganze Vorbereitung gemeinsam mit Herrera, doch eine Woche vor dem geplanten Profidebüt brach er sich die Hand. "Das war auch ein Schock für mich. Seit Januar hatten wir uns gemeinsam extrem hart vorbereitet und dann fiel Zino plötzlich aus", erzählt der gebürtige Italiener. Sie würden sich perfekt ergänzen, denn Zino sei als Boxer, er als Person etwas reifer, so dass beide vom anderen profitieren könnten. Umso mehr freute sich Herrera, dass Meuli vor dem Kampf in seine Garderobe kam und dem Fight in seiner Ecke beiwohnte: "Das gab mir einen zusätzlichen Schub für den Kampf!"

Härter und präziser

Zusätzlich durfte sich Herrera über die Unterstützung von seiner Familie und seinen Freunden freuen. Speziell sei vor allem gewesen, dass seine Mutter erstmals an einem Kampf vor Ort gewesen sei. Diese musste sich trotz dem stürmischen Beginn des Gegners nicht allzu viele Sorgen um ihren Sohn machen. "Er wollte mich wohl einschüchtern, da es mein erster Profikampf war. Doch meine Deckung war zu", blickt Herrera auf die ersten Minuten zurück, die er bewusst zurückhaltend anging. Nach seinen ersten Wirkungstreffern noch in der ersten Runde habe sich der Bulgare aber zunehmend zurückgezogen und er selbst sei immer selbstsicherer geworden. Die zwei Trainingseinheiten pro Tag, die Herrera mit Zino Meuli und den Trainern René Engler und Andrea Mammoliti absolviert hatte, zahlten sich voll aus. "Wir haben viel im Kraftbereich gearbeitet, denn bei den Profis müssen die Schläge härter und präziser sein", erklärt Herrera. Während er bei Amateurkämpfen noch voll gepolsterte Handschuhe trug, seien diese bei den Profis extrem dünn, als würde man nichts tragen. Angst vor harten Wirkungstreffern habe er dennoch nicht gehabt, das habe er nie, wenn er in den Boxring steige.

Weiter bei den Profis

Nach diesem ersten Sieg bei den Profis ist für Herrera klar, dass er auf dieser Stufe weiterkämpfen möchte. In seinem Alter sei dies die letzte Chance gewesen, den Sprung zu den Profis noch zu wagen. Nun soll noch in diesem Jahr der nächste Auftritt folgen, dann gemeinsam mit seinem Kollegen Zino Meuli. Spätestens ab August würden sie sich wieder hart vorbereiten, wenn die geplanten Kämpfe im Dezember in Bern zustande kommen.

 

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